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BERTHOLD LEIBINGER STIFTUNG
Preisverleihung 2010

Ort der Feierlichkeiten: das TRUMPF Betriebsrestaurant "Blautopf"
Am 9. Juli 2010 verlieh die Berthold Leibinger Stiftung bereits zum sechsten Mal Ihre Preise für Lasertechnologie. Nicht nur das 50-jährige Jubiläum des Lasers machte es zu einem ganz besonderen Jahr. Denn zu dieser Preisverleihung hatte die Stiftung neue Wege eingeschlagen: Zum einen wurden die Preisgelder erhöht und zum anderen fand die festliche Preisverleihung das erste Mal im Betriebesrestaurant „Blautopf“ der TRUMPF Gruppe in Ditzingen statt. Durch die räumliche Veränderung wurde damit der großzügige Rahmen geschaffen, rund 400 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien willkommen zu heißen.
Im Fokus der Veranstaltung standen die Preisträger, die vor der Ehrung jeweils in Kurzfilmen mit einer zusammenfassenden Darstellung ihrer Arbeiten den Gästen vorgestellt wurden.

Wie schon bei der Preisverleihung 2008 wurde ein Preis doppelt besetzt. Auszeichnungen erhielten so insgesamt vier Preisträger des Innovationspreises sowie der Preisträger des Zukunftspreises. Neben den Preisübergaben mit Laudationes von Juroren des Preises war die Festrede von Professor Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, zum Thema „Ethik in der Wissenschaft“ ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung. Abgerundet wurde das Programm von Gábor Paál, Wissenschaftsredakteur beim Südwestrundfunk, der mit seinem Vortrag „Laser im Schattendasein“ die besondere Geschichte des Lasers auf anschauliche und vor allem unterhaltsame Weise erläuterte.
Führte durch die Geschichte des Lasers: Gábor Paál
Den dritten Preis überreichte Juror Stephen Anderson, Chefredakteur der Laser Focus World, an Professor Majid Ebrahim-Zadeh. Dessen von einem Start-up in Spanien gefertigten Femtosekunden-Strahlquellen mit Wellenlängenbereich von Ultraviolett bis Infrarot füllen eine große Lücke des abstimmbaren Femtosekundenlasers im sichtbaren Bereich. Dieser spielt eine wichtige Rolle in der Biophotonik und in der Spektroskopie.

Die Juroren und Preisgewinner
Doppelt vergeben wurde in diesem Jahr der zweite Preis. Für seine klinische Multiphotonen-Tomographie erhielt ihn Professor Karsten König von Professor Hans-Peter Berlien, Chefarzt der Abteilung für Lasermedizin an der Elisabeth Klinik Berlin. Die Lasergeräte von König’s Firma dienen unter anderem der laserbasierten Diagnose von Hauterkrankungen, insbesondere des malignen Melanoms, des hochgradig bösartigen schwarzen Hautkrebses.
Ebenfalls mit dem Zweiten Preis ausgezeichnet wurde eine Gruppe von Mitarbeitern der Firmen Coherent und Bruker: Dr. Ralph Delmdahl, Rainer Pätzel, Dr. Kai Schmidt und Dr. Alexander Usoskin. Gemeinsam realisierten sie das Pulsed-Laser-Deposition-Verfahren, die benötigte Laserstrahlung und Anlagentechnik zur Herstellung von Hochtemperatur-Supraleitern der Zweiten Generation in großem Umfang. Die Ehrung der Kooperation übernahm Professor Orazio Svelto von der Technischen Universität Mailand.

Gewinner des Zukunftpreises 2010: Prof. Federico Capasso
Der erste Preis ging nach Australien: Professor Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, ehemaliger Forschungsvorstand der BASF überreichte Professor Thorsten Trupke stellvertretend auch für dessen Kollege Dr. Robert Bardos Urkunde und Skulptur des Berthold Leibinger Innovationspreises für deren Erforschung und Kommerzialisierung des laserbasierten Lumineszens-Imaging von Silizium. Mit ihren zerstörungsfreien und schnellen Messsystemen lässt sich die Produktivität und Qualität in der Herstellung von Solarzellen erhöhen.
Den Berthold Leibinger Zukunftspreis 2010 überreichte Nobelpreisträger Professor Theodor Hänsch dem Erfinder des Quantenkaskadenlasers Professor Federico Capasso von der Harvard University. In einem kurzen Vortrag nahm Capasso anschließend das Publikum mit auf die Reise in die Quantenwelt und die praktischen Anwendungen seiner Laser.

Im Schlusswort von Stifter Professor Berthold Leibinger zeigte er sich von den Ergebnissen der Preisträger begeistert „In der Laserwelt stehen unzählige interessante Aufgaben an. Viele Gedanken und Absichten werden formuliert, für die man Lösungen finden muss und Lösungen finden wird. Deswegen ist es eine Freude zu sehen, welche Unruhe in der Laserwelt herrscht“.

Gespräch unter Experten: Die Juroren Prof. Orazio Svelto mit Prof. Hans-Peter Berlien


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