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BERTHOLD LEIBINGER STIFTUNG
Faszination Lasertechnik
Berthold Leibinger Innovationspreis
Ausschreibung 2012
Preisträger 2010
Nominierte 2010
Preisträger 2000 - 2008
Berthold Leibinger Zukunftspreis
3. Preis 2010

Preisträger
Prof. Dr. Majid Ebrahim-Zadeh, ICFO-Institute of Photonic Sciences, ICREA-Catalan Institute for Research and Advanced Studies & Radiant Light S.L., Spanien

Thema
"Femtosekunden-Strahlquellen mit Wellenlängenbereich von Ultraviolett bis Infrarot"
Prof. Dr. Majid Ebrahim-Zadeh
„Jeder Kunde kann sein Auto in jeder gewünschten Farbe bekommen, sofern sie schwarz ist.“ Abgesehen davon, dass Schwarz physikalisch gesehen keine Farbe ist, sondern die Abwesenheit von Licht, zeigt dieses berühmte Zitat, angeblich von Henry Ford, eine interessante Parallele zur Lasertechnik. Die verfügbaren Farben für Laserlicht sind von den verfügbaren Lasertypen fest vorgegeben.
Die Einfarbigkeit ist eine elementare Eigenschaft von Laserlicht. Leider erlaubt das Laserprinzip nicht einfach das Anbringen eines Knopfes zur Auswahl der Farbe. Sie ist eine Eigenschaft des verwendeten aktiven Mediums. Tatsächlich ist die Situation der Laser-Kunden noch schwieriger als die des damaligen Ford T-Modells, denn die Einschränkung der Farbe beruht nicht auf der Festlegung des Herstellers, sondern sie ist physikalisch bedingt.
Ebrahim-Zadeh mit einem Studenten am Experiment.
Ford führte für das erste Serienauto nach zehn Jahren verschiedene Farben ein. Auch in der Laserphysik gelang es Wissenschaftlern, im Laufe der Zeit immer mehr laseraktive Materialien zu finden. Bei einigen lässt sich die Wellenlänge sogar über einen bestimmten Bereich abstimmen, das heißt, durch Änderung von Parametern kann die Farbe in Grenzen eingestellt werden. Heute können – und müssen – Anwender aus einer komplexen Matrix verfügbarer Laserstrahlquellen den am besten passenden Laser auswählen in Bezug auf die Farbe bzw. den abstimmbaren Bereich, die maximale Ausgangsleistung, Pulseigenschaften, Kosten, Komplexität und kommerzielle Verfügbarkeit des Systems.
 
Im Mittelpunkt steht ein nichtlinearer Kristall, der aus einem Photon zwei macht.
Die Suche nach der richtigen Femtosekunden-Laserstrahlquelle ist 2007 leichter geworden. Das Spin-off-Unternehmen Radiantis in Barcelona, Spanien, gegründet von Professor Majid Ebrahim-Zadeh, stellte eine neue Strahlquelle vor. Ein einzelnes Gerät kann nun computergesteuert das Spektrum vom Infrarot über das gesamte sichtbare Licht bis hin zum Ultraviolett abdecken. Verlockend ist nicht nur der große Bereich, über den die Wellenlänge einstellbar ist. Die Strahlquelle füllt auch eine große Lücke des abstimmbaren Femtosekundenlasers im sichtbaren Bereich. Dieser spielt eine wichtige Rolle in der Biophotonik und in der Spektroskopie.
Im Mittelpunkt des Erfolges steht ein neuer nichtlinearer Kristall für den optisch-parametrischen Effekt, die Frequenzverdopplung und -verdreifachung. Diese Prozesse erlauben, die Wellenlänge des Ausgangslichts eines Titan-Saphir-Lasers zu ändern. Die Forschung zur Anwendung des neuen Kristalls führte Dr. Masood Ghotbi am Institute of Photonic Sciences (ICFO) in Barcelona als Doktorand von Ebrahim-Zadeh durch. Seit mehr als 20 Jahren befasst mit nichtlinearer Optik, ist Ebrahim-Zadeh seit 2002 Professor am ICFO. Den Businessplan von Radiantis entwickelte Dr. Sara Otero als Mitgründerin von Radiantis, heute ist sie Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Vier Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Dr. Michael Yarrow, Entwickler bei Radiantis von 2006 bis 2010, Ebrahim-Zadeh und dem gesamten technischem Team führten schließlich zur erfolgreichen Überführung der neuen Technologie in ein kommerzielles schlüsselfertiges Table-top-System für die Wissenschaft und die Industrie.



Hier erhalten Sie die Broschüre mit der Dokumentation der Preisträger und den Nominierten des Jahres 2010.

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