Aktuell: Jennifer Allen wird der Berthold Leibinger Fellow im Frühjahr 2019

Jennifer Allen arbeitet als Assistenzprofessorin am Institut für Geschichtswissenschaften der Yale University in New Haven (Connecticut), wo sie sich auf die jüngere und jüngste Geschichte Deutschlands spezialisiert hat. Während ihres Aufenthaltes an der American Academy widmet sie sich ihrem Forschungsprojekt "Insurance Against Total Destruction: A Postwar History of German Plans to Save the World". Hier untersucht und vergleicht sie einerseits die verschiedenen Auffassungen und Schreckensszenarien möglicher globaler Katastrophen in der BRD und DDR. Gleichzeitig geht sie der Frage nach, welche Schritte durch Regierungen, Forschungsnetzwerke und nichtstaatliche Organisationen geplant und eingeleitet wurden, um das eigene Land vor derartigen Katastrophen zu schützen. Daraus zieht Allen Schlüsse, wie im heutigen Deutschland mit der Frage umgegangen wird, auf welche Weise die Menschheit vor einer globalen Zerstörung bewahrt werden kann beziehungsweise was in einem solchen Fall rettenswert ist.

Nancy Foner: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2017

Am Abend des 11. Dezembers 2017 fanden sich Interessierte im Deutsch-Amerikanischen-Zentrum (DAZ) in Stuttgart zusammen um die Soziologieprofessorin Nancy Foner zum Thema „Immigration and the Transformation of America“ zu hören und mit ihr zu diskutieren. Frau Foner untersucht unter anderem die Einwanderung in die Vereinigten Staaten nach 1965. Sie konzentriert sich dabei auf die Frage, wie dieser Prozess Institutionen sowie wirtschaftliche, politische und soziale Rollen in den USA veränderte und bis heute prägt. Im Dialog mit Prof. Dr. Manfred Berg, Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, entstand hier ein überaus anregender transatlantischer Austausch.


Rebecca Boehling: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2016

Rebecca Boehling arbeitet als Professorin in den Fachbereichen Geschichte, Jüdische Studien und Genderforschung an der University of Maryland, Baltimore County. Von 2013 bis 2015 war Boehling die Leiterin des Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen, wo über 30 Millionen Dokumente aus Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen sowie Unterlagen über die Zwangsarbeit und die Migration infolge des Zweiten Weltkrieges lagern. In ihrem Projekt "Denazification and Transnational Justice: American, British, and French Approaches to Purging Nazi Influence in Postwar Germany" untersucht sie mit finanzieller Unterstützung der Berthold Leibinger Stiftung die Strategien der Entnazifizierung durch die Westalliierten und deren Interaktionen mit den Deutschen.


Spyros Papapetros: Berthold Leibinger Fellow Frühjahr 2016

Der Kunst- und Architekturhistoriker und Theoretiker Spyros Papapetros erforscht die Kultur der Weltornamente. Er untersucht als Zentraltext die Vorlesung von Gottfried Semper über die formelle Gesetzmäßigkeit des Schmuckes und seiner Bedeutung als Kunstsymbol (1856) und verfolgt die Rezeption dieser Vorlesung in der Architektur, Kunstgeschichte und -theorie sowie der Anthropologie in den folgenden Jahrzehnten. Spyros Papapetros befasst sich besonders mit der politischen Bedeutung der Ornamente – wie etwa die Verwendung von Ornamenten in verschiedenen europäischen Monarchien um die Jahrhundertwende.

Beatriz Colomina: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2014

Beatriz Colomina ist eine international renommierte Architekturtheoretikerin, Medienwissenschaftlerin sowie Professorin für Geschichte und Theorie an der Princeton University School of Architecture und Gründungsdirektorin des dortigen Studiengangs Medien und Modernität. Im Rahmen ihres Forschungsprojektes an der American Academy in Berlin untersucht Frau Colomina das Thema "X-Ray Architecture." Ihre These ist, dass moderne Architektur, die bisher vor allem unter den Aspekten funktionaler Effizienz, neuer technologischer Konstruktionen und der Maschinenästhetik untersucht wurde, besonders auch unter Berücksichtigung des prägenden medizinischen Diskurses der 1920er Jahre zu Tuberkulose zu sehen sei. So beschäftigt sie sich mit dem bereits lange bestehenden Vergleich zwischen Gebäuden und Körpern in architektonischen Diskursen.

Tara Zahra: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2013

Tara Zahara widmet sich während ihres Aufenthaltes an der American Academy der Migrationsgeschichte Europas. Sie ist Professorin für Osteuropäische Geschichte an der University of Chicago. Ihre Forschung folgt einem vergleichenden Ansatz zu moderner europäischer Geschichte mit Fokus auf Migration und Vertreibung, Nationalismus, Gender und Familie, internationale Humanität und Menschenrechte.

Hans Vaget: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2012

Hans Vaget widmet sich dem bisher kaum wissenschaftlich aufgearbeiteten Exilaufenthalt Thomas Manns in Amerika. Sein besonderes Interesse gilt hierbei sowohl seinem literarischen  Schaffen, als auch den politischen Ansichten, die er während dieser Zeit entwickelte. In seiner Berthold Leibinger Lecture erläutert Hans Vaget Thomas Mann Zweifel an der erfolgreichen und schnellen Entnazifizierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und beleuchtete damit eine wenig bekannte Seite des Schriftstellers.

M. Norton Wise: Berthold Leibinger Fellow Frühjahr 2012

M. Norton Wise erlangte zunächst auf dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte, insbesondere der Geschichte der Physik sowie den Zusammenhängen zwischen Industrialisierung und Wissenschaft im 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, einen großen Bekanntheitsgrad. Im Rahmen seines Forschungsprojektes an der American Academy in Berlin arbeitet er an seinem Buchprojekt "Gardens of Steam: Projecting Industrial Culture in the Berlin Landscape", in welchem er die Herausbildung der preußischen Gartenkultur im Zusammenhang mit der technischen Entwicklung der Dampfmaschinenhäuser im Laufe des 19. Jahrhunderts untersucht.

James Wood: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2010

James Wood wurde bereits mit 27 Jahren Chefkritiker des Londoner Guardian. Heute schreibt er unter anderem für den New Yorker. Seine Rezensionen und Artikel erscheinen darüber hinaus regelmäßig in der New York Times. Seit September 2003 ist er Professor für Literaturkritik an der Harvard University. Im Rahmen seines Forschungsprojektes an der American Academy beschäftigt sich Wood mit den Zusammenhängen von Literatur und Religion seit 1850. Das Verhältnis zwischen menschlicher Selbstbestimmung und ihrer Übersetzung in fiktionale Charaktere stellt dabei die zentrale Fragestellung dar.

Judith Wechsler: Berthold Leibinger Fellow Frühjahr 2010

Judith Wechsler, Professorin an der Tufts University in den USA, arbeitet an der American Academy an einem Filmprojekt welches sich mit dem Leben ihres Vaters, dem jüdischen Gelehrten Nahum N. Glatzer beschäftigt. Glatzer, der 1938 vor den Nationalsozialisten nach Palästina floh und später in die USA immigrierte, arbeitete dort unter anderem als Professor für jüdische Geschichte. In Berlin beschäftigt sich seine Tochter, Judith Wechsler, mit alten Briefen und Dokumenten, die während Glatzer’s Zeit vor seiner Flucht in Frankfurt entstanden.

Leora Auslander: Berthold Leibinger Fellow Herbst 2008

Leora Auslander ist Professorin für Europäische Sozialgeschichte und Judaistik an der University of Chicago. In Berlin beschäftigt sie sich mit ihrem Projekt "Strangers at Home: Parisians and Berlin Jews, 1914-2000"

Gregg Horowitz: Berthold Leibinger Fellow Frühjahr 2008

Gregg Horowitz arbeitet als Professor der Philosophie am Pratt Institute in Brooklyn, New York. Sein Forschungsprojekt an der American Academy versucht, neue Formen der Kritik an Kunst herauszustellen, denen es gelingt, die historische Abspaltung der modernen Kunst von der Unmittelbarkeit des Lebens zu unterlaufen. Dazu müssen die Traditionsstränge der modernen Kunstkritik, der Psychoanalyse, der philosophischen Ästhetik - besonders aus der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts - und politischen Theorie zusammengeführt werden.

Geoffrey Wolff: Berthold Leibinger Fellow Frühjahr 2007

Der Schriftsteller Geoffrey Wolff wurde 2006 von der unabhängigen Jury der American Academy für ein Berlin Prize Fellowship nominiert und in Absprache mit der Berthold Leibinger Stiftung für den Zeitraum Januar - Juni 2007 (Frühjahrssemester 2007) als erster Berthold Leibinger Fellow an die American Academy in Berlin eingeladen. Während seines Aufenthaltes arbeitet Wolff an einem Romanprojekt in dem er sich intensiv mit der Geschichte der DDR und der Staatssicherheit beschäftigt. Die Zeit in Berlin nutzte er besonders für Interviews mit Zeitzeugen, Historikern und Experten, darunter auch Joachim Gauck, ehemaliger Leiter der Stasiunterlagenbehörde und ehemaliger Bundespräsident.