Die Gewinner stehen fest

Die Berthold Leibinger Stiftung zeichnet erstmals beim Wettbewerb der Initiative NUR:MUT drei Projekte im sozialen Bereich in Baden-Württemberg aus. Die Projektgruppen erhalten eine Prozessbegleitung durch die Agentur mehrwert und einen Etat in Höhe von 5.000 Euro für eine Hospitation bei vergleichbaren Projekten. 

Die Initiative NUR:MUT der Berthold Leibinger Stiftung gibt es seit 2020, sie will die Initiative der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen unterstützen und die Expertise fruchtbar machen.

Gewinner 2021

​Die Altenhilfe Reutlingen der BruderhausDiakonie

Unser Jurymitglied Pfarrerin Monika Renninger schildert die Situation vor Ort: 

„Die Bruderhausdiakonie in Reutlingen beschäftigt in elf Einrichtungen Freiwillige und Auszubildende aus verschiedenen Nationen. Sie leben in Wohngemeinschaften zusammen. Der sehr unterschiedliche Hintergrund der jungen Leute erfordert eine gute interkulturelle Kommunikation und begleitende Angebote zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. 

Dazu gehören u.a. Gruppenaktivitäten, Sprachkurse und Unterstützung für die Einzelnen. Sie sollen in ihrer beruflichen Ausbildung gefördert werden, damit sie diese gut abschließen und später als Pflegefachkräfte eine sichere Perspektive für sich haben. 


Die Berthold Leibinger Stiftung ermöglicht eine sozialpädagogische Begleitung, die auch Ehrenamtliche als Patinnen und Paten einbezieht und den jungen Menschen dabei hilft, in Deutschland und in der Arbeitswelt anzukommen.“


Die Familienentlastenden Dienste des bhz Stuttgart e.V

Professor Dr. Jürgen Armbruster begründet die Enscheidung der Jury so: 

"Die besondere Situation von Kindern mit Behinderung unter den Geflüchteten, die seit 2015 vermehrt in unserer Gesellschaft leben, ist bislang von der Politik, der Sozialverwaltung und Fachöffentlichkeit unzureichend  wahrgenommen. Geeignete Konzepte fehlen weitgehend. Das bhz Stuttgart betreibt seit Mitte 2019 ein Elterncafe für geflüchtete Eltern mit behinderten Kindern, dort wurden die besonderen Belange dieser Kinder und Familien verstärkt sichtbar.

Gleichzeitig sind im bhz Stuttgart vermehrt Menschen mit Fluchterfahrung als Ehrenamtliche, im Freiwilligen Sozialen Jahr oder als Praktikant*innen und Studierende tätig. Ziel des Projekts ist es, deren Erfahrungen gezielt für die Arbeit der Familienentlastenden Dienste zu nutzen. In einem ersten Schritt sollen Engagierte gewonnen werden und auf die Arbeit dort vorbereitet werden.

Dazu soll ein Arbeitskreis gegründet werden, dessen Moderation im Rahmen des Projekts gefördert werden soll. Ergänzend soll recherchiert werden, wo es in Deutschland ähnliche Projekte gibt, von deren Erfahrungen profitiert werden kann. Die Jury war von diesem Projekt überzeugt, da es eine bedeutsame soziale Problemlage aufgreift und sich für die Entwicklung eines innovativen Ansatzes einsetzt. 

Das Projekt fördert den interkulturellen Austausch, es stärkt Peererfahrungen und ermutig Flüchtlinge ihre Erfahrung in pädagogische und inklusionsfördernde Prozesse einzubringen. Darüber hinaus stärkt es Familien dabei ihr behindertes Kind im sozialen Kontext zu fördern, auf diese Weise werden Integrations- und Inklusionsbarrieren überwunden. "

Das Hoffnungshaus Schwäbisch Gmünd der Hoffnungsträger Stiftung

Professor Dr. Wolfgang Stark legt die Gründe der Juryentscheidung dar: 

,,In den "Hoffnungshäusern" leben geflüchtete oder sozial benachteiligte Menschen/Familien zusammen mit solchen, die mitten im Leben stehen gemeinsam unter einem Dach. Familien, Paare, Alleinstehende, Studierende und Auszubildende wohnen in einer aktiven Hausgemeinschaft, die nach innen und außen wirkt, in geförderten Mietswohnungen. 

An bislang acht Standorten in Baden-Württemberg unterstützt, gestaltet und plant die Stiftung Hoffnungsträger neue Formen eines integrativen Wohnens von Geflüchteten und Einheimischen. 

Das Zusammenwohnen wird unterstützt durch Angebote der Sprachförderung, der allgemeinen Flüchtlingshilfe und durch vor Ort wohnende Familien als Standortleiter.


Die Jury von NUR:MUT hat sich für die Förderung des Hoffnungshauses in Schwäbisch Gmünd entschieden, weil neben den oben genannten Besonderheiten integrativen Wohnens von geflüchteten und einheimischen Familien in allen Hoffnungshäusern, die Schwerpunktsetzung auf dem integrativen Wohnen von älteren Menschen liegt.Diese haben es auf dem Wohnungsmarkt oft besonders schwer. Dieses Konzept kann somit auch drohender Vereinsamung und Isolierung entgegenwirken.“