Finalistenarbeit "Paul zwei"

"Paul Zwei" von Franz Suess

Jurywertung

Selbstzweifel, sexuelle Obsession und Suizidgedanken – es sind schwere Themen, die Franz Suess in „Paul zwei“ behandelt. Seine von einem Grauschleier durchzogenen Bilder bringen einem die unerfüllten Wünsche und vielfältigen Enttäuschungen der Protagonisten auch visuell näher, als es vielen Lesern lieb sein dürfte. Die Hauptfigur ist ein junger Mann namens Paul, der aus der Provinz in eine Wohngemeinschaft in Wien zieht. Das Leben dort beschert ihm statt des erhofften Lebensglücks vor allem Enttäuschungen – auch, weil sein Selbstbild mit der Realität nur wenig zu tun hat. Das erzählt Suess größtenteils aus Pauls Perspektive und lässt seine Leser in kurzen Passagen auch in Leben jener Menschen eintauchen, denen Paul begegnet und deren von schwierigen Beziehungen geprägter Alltag oft kaum weniger traurig ist. Die filigranen Bleistiftzeichnungen, die wie ins Papier gekratzt wirken, verstärken die düstere Atmosphäre der Erzählung, ebenso die überproportional großen Köpfe und die teilweise grotesk überzeichneten Gesichter, in denen die Enttäuschungen des Lebens sichtbare Spuren hinterlassen haben.

– Lars von Törne –


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