Finalistenarbeit "Parallel"

"Parallel" von Matthias Lehmann

Jurywertung

"Parallel" erzählt mit feinem Strich, in eindringlichen Dialogen und kontrastreichem Spiel mit Licht und Schatten, Zeigen und Verbergen, die Lebensgeschichte des homosexuellen Karl. Karls Versuch, sich in jungen Jahren in die traditionelle Ordnung der Geschlechter einzufügen, scheiterte. Nun im Ruhestand, zeitlich verortet in den 1980ern, blickt er zurück auf ein Leben zwischen Anpassung und Aufbegehren, auf ein Leben mit psychischen und physischen Gewalterfahrungen; nach § 175 waren sexuelle Handlungen zwischen Männern immerhin noch bis 1994 unter Strafe gestellt. In zahlreichen Rückblenden und in intensiver Nahsicht erfahren wir von seinen gescheiterten Ehen, zerbrochenen familiären Beziehungen – und seiner Liebe zu Männern.

– Stefanie Stegmann –

Das könnte Sie auch interessieren