Comicbuchpreis

Comicbuchpreis 2016 für „Vatermilch“ von Uli Oesterle wird verliehen

Preisverleihung im Literaturhaus Stuttgart am Montag, 25. April 2016, 18:00 Uhr

Zum zweiten Mal verleiht die Berthold Leibinger Stiftung ihren Comicbuchpreis für ein nicht veröffentlichtes, deutschsprachiges Werk. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. 

Neben „Vatermilch“ von Uli Oesterle werden neun Finalisten-arbeiten ausgezeichnet und die Verfasser erstmals mit einem Preisgeld von je 1.000 Euro geehrt. Die Finalisten 2016 sind:

  • „Röhner" von Max Baitinger
  • „Nepenthes" von Neele Bunjes
  • „Wie im Paradies" von Sheree Domingo
  • „Ein Tag ohne Gestern" von Franziska Ruflair
  • „XES" von Eric Schneider
  • „IKON" von Simon Schwartz
  • „Das Shangri-la Motel" von James J. Turek
  • „Süsse Zitronen" von Burcu Türker
  • „Fußnoten" von Nacha Vollenweider

Bei der Preisverleihung im vollbesetzten Literaturhaus Stuttgart berichtet Verleger Johann Ulrich vom Avant-Verlag von den spezifischen Herausforderungen des Comicverlegens in seiner Festrede „Handeln Sie gegen den Trend!“. Sein Rat: „mit Leidenschaft und Herzblut schöne Bücher machen.“ David Basler, Jurymitglied und Verleger von Edition Moderne in Zürich, meint in seiner Laudatio auf Oesterle. „… Uli Oesterle ist ein Comiczeichner, der zwar nicht vom Comic-Schaffen leben kann, aber der sein unbestreitbares, großes Zeichentalent mit professionellem Comic-Handwerk verbindet.“ Oesterle selbst fasst das Thema des prämierten Bandes so zusammen: „‘Vatermilch‘ erzählt die fiktive Biografie eines alkoholkranken Markisenvertreters. Sein Versagen als Vater, Schuld, Obdachlosigkeit, Läuterung, schwere Krankheit, Wiedergutmachung und die Auswirkungen dieser Bemühungen auf seinen mittlerweile erwachsenen Sohn und dessen eigene Vaterschaft.“ Oesterle, 1966 in Karlsruhe geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Kindern in München.

Uli Oesterles Band ist eine Mischung aus autobiografischen und fiktiven Elementen. Seine Motivation umschreibt er so: „Nachdem 2010 mein Vater verstarb, beschloss ich mein aktuelles Projekt beiseite zu legen und eine Geschichte über ihn zu verfassen. Daher ist Vatermilch ein sehr persönliches Buch, obwohl ich viel davon frei erfunden und dramaturgisch überspitzt habe. Mein Vater verließ uns 1973. Damals war ich sieben Jahre alt. Viele Jahre konnte niemand mit Bestimmtheit sagen, wo er sich befand. Gerüchten zufolge war er lange ohne Wohnsitz. Erst nach seinem Tod erfuhr ich von seiner schweren Krankheit, dem Korsakow-Syndrom. Unfähig sein Leben alleine zu bestreiten, verbrachte mein Vater die letzten zehn Jahre in einem Pflegeheim für Alkoholkranke, wo sein Gesundheits- und Geisteszustand sich rapide verschlechterten. Zeit seines Lebens war er hoch verschuldet. Die Angst, sein Sohn müsse für diese Schulden gerade stehen, und Schamgefühl könnten die Gründe dafür gewesen sein, dass er sich nie bei mir meldete. Im April des Jahres 2010 erhielt ich schließlich die Nachricht von seinem Tod. Mein Vater wurde 75 Jahre alt. Er hinterließ eine Plastiktüte mit Musik-CD´s und einen schwarzen Kunstleder-Aktenkoffer, der ein liniertes Notizbüchlein enthielt. Darin standen unter anderem drei Telefonnummern. Eine davon war meine.“

Der Band wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 bei Carlsen erscheinen.


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