Förderprojekte

Erstmalige Verleihung des Rahel-Straus-Preises

Erstmalige Verleihung des Rahel-Straus-Preises für herausragende Projekte der Erinnerungskultur in Baden-Württemberg durch die Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., am Samstag, 19. Oktober 2019, 16:00 - 18:00 Uhr, im Foyer des Lern- und Gedenkortes Hotel Silber Stuttgart

Die vier Preisträger des Rahel-Straus-Preises 2019 

Die AG Gedenktag im Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg, Ravensburg. Sie leistet bereits seit mehr als 20 Jahren wertvolle Jugendarbeit in ihrer Region zum Thema Euthanasie im Rahmen des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar. Der Preis würdigt die Sensibilisierung Jugendlicher für die Verbrechen der Nationalsozialisten.

Eva Maria Kraiss aus Schwäbisch Hall dokumentiert seit Jahrzehnten Spuren jüdischen Lebens in der Region in Wort und Fotografie. Der Preis würdigt ihr unermüdliches Engagement für eine vielseitige, regional verankerte Erinnerungskultur.

Dr. Wolfgang Proske aus Gerstetten erhält den Preis für die akribische Erarbeitung der zehnbändigen Publikationsreihe „Täter, Helfer, Trittbrettfahrer“.

Der Preis für Harald Stingele und die „Initiative Hotel Silber e.V“ würdigt den jahrelangen Einsatz für die Erhaltung des ehemaligen Hauptquartiers der Gestapo in Stuttgart „Hotel Silber“ und dessen Entwicklung zu einem Lern- und Gedenkort. 

Für die Landesregierung wird Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, ein Grußwort sprechen. Sibylle Thelen, Leiterin der Abteilung Demokratisches Engagement und Gedenkstätten in der Landeszentrale für politische Bildung, wird mit den Ausgezeichneten ein Gespräch zu ihren jeweiligen Projekten führen. Die Urenkelin der Namensgeberin für den Preis, Ruth Rosenthal, wird bei der Preisverleihung anwesend sein. 

Der Preis

Den mit je 1000 Euro dotierten Preis stiftet die Berthold Leibinger Stiftung. Bei dieser erstmaligen Verleihung 2019 werden ausnahmsweise alle vier Nominierten, die von Mitgliedern von Gegen Vergessen – Für Demokratie ausgewählt wurden, mit diesem Preis gewürdigt. Künftig wird der Preis jedes Jahr für ein Projekt oder eine Aktivität von Personen und Gruppen in Baden-Württemberg verliehen, die sich für die Ziele von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. einsetzen.

Diese sind:

  • Die Erinnerung an die Geschichte der beiden Diktaturen auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert zur Bewahrung der Demokratie in der Gegenwart
  • Engagement in der Auseinandersetzung mit Feindbildern, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und anderen Formen des politischen Extremismus 
  • Förderung demokratischer Werte

Die Namensgeberin

Rahel Straus, geb. Goitein, wurde 1880 in Karlsruhe als Kind eines orthodoxen Rabbiners und seiner Frau Ida geboren. Sie machte am ersten deutschen Gymnasium für Mädchen in Karlsruhe 1899 Abitur. Ihre Abiturrede, die erste einer jungen Frau in Deutschland, thematisierte die Bildungschancen für Frauen. Als erste Medizinstudentin an der Universität Heidelberg bestand sie 1905 das Staatsexamen und promovierte 1907 zum Dr. med.. Im selben Jahr heiratete sie den Karlsruher Juristen Dr. Elias Straus und eröffnete 1908 eine gynäkologische Praxis. Damit war sie die erste niedergelassene, an einer deutschen Universität ausgebildete Ärztin. In München kamen ihre fünf Kinder zur Welt, sie praktizierte weiter. Als Ärztin kämpfte Rahel Straus für die Abschaffung des §218 und engagierte sich auf sozialem, pädagogischem und politischem Gebiet. 1918 arbeitete sie in einigen Gremien der Münchener Räterepublik mit. Nach dem Tod ihres Ehemanns 1933 emigrierte Rahel Straus mit ihren Kindern nach Palästina. Dort arbeitete sie weiter als Ärztin und Sozialarbeiterin und gründete 1952 die israelische Gruppe der Women‘s International League for Peace and Freedom, deren Ehrenpräsidentin sie bis zu ihrem Tod 1963 in Jerusalem blie


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