Förderprojekte

Villa Thomas Mann

Berthold Leibinger Stiftung hilft, die Villa Thomas Mann in Kalifornien für Deutschland zu sichern

Thomas Mann steht für die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer Schriftsteller. Aber er steht auch für ein intellektuelles Gegendeutschland, das aus dem Exil versucht, die Geschichte zu beeinflussen. Das hat den Unternehmer und Stifter Berthold Leibinger bewogen, diesen Markstein im Leben Thomas Manns für Deutschland zu sichern. Über seine Stiftung will er die transatlantischen Beziehungen stärken und lebendig halten.

Die Berthold Leibinger Stiftung wird sich mit insgesamt 2,5 Millionen Euro an der Entwicklung der Villa Thomas Mann zu einem intellektuellen, kulturellen und politischen Austauschzentrum beteiligen. Die Bundesrepublik Deutschland hat das Anwesen vor kurzen erworben und konnte dabei auf das Engagement Leibingers zählen. 1,5 Millionen Euro sind über fünf Jahre laufend für mehrere Stipendien vorgesehen. Eine weitere Million ist für die Gestaltung eines Raumes mit biografischen, literarischen und politischen Informationen zu Thomas Mann eingeplant.

Dazu soll das Residenzkonzept der Villa Aurora (ehemaliges Wohnhaus Lion Feuchtwangers in knapp 10 Kilometern Entfernung, das bereits vom Auswärtigen Amt als Kulturzentrum genutzt wird) in der Villa Thomas Mann ausgebaut werden. Ein Stipendienprogramm im Geiste Thomas Manns, das grundlegende gesellschaftliche Themen auf beiden Seiten des Atlantiks wie derzeit Fragen zu Migration, Identität und Integration, aufgreift und debattiert, ist geplant. Das Haus ist ein Erinnerungsort an das deutsche Exil ab Anfang der 1940er Jahre. Die Manns hatten dort zahlreiche emigrierte Literaten, Künstler, Schauspieler und Wissenschaftler zu Gast. Hierzu gehörten Persönlichkeiten wie Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Theodor W. Adorno und viele andere, einige von ihnen die wichtigsten Exponenten des Kulturlebens der Weimarer Republik. Hier verfasste der Literaturnobelpreisträger neben dem Doktor Faustus einige seiner Radio-Reden „Deutsche Hörer“ an die deutsche Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs.

Beide Häuser, die Villa Aurora Lion Feuchtwangers, insbesondere aber das „Haus der sieben Palmen“, wie Mann sein Haus selbst bezeichnete, stehen für Flucht vor den Nationalsozialisten und Exil, für den entschlossenen Widerstand gegen das Unrechtsregime der Nationalsozialisten. Es steht für die Analyse weltgeschichtlicher Vorgänge auf intellektuell höchstem Niveau, für künstlerisches Schaffen und für den geistigen Austausch zu den zentralen Fragen der Zeit.

Die Immobilie in Pacific Palisades hatte nach Manns Rückkehr nach Europa 1952 nur einmal den Besitzer gewechselt und liegt in 1550 San Remo Drive, einem Wohngebiet von Los Angeles. Erbaut wurde sie von dem Architekten Julius Davidson nach Thomas Manns eigenen Vorstellungen.

Die Bundesrepublik Deutschland besitzt in New York in der 5th Avenue eine Immobilie, in der bis 2007 das Goethe Institut seinen Sitz hatte. Dort soll mittelfristig eine Deutsche Akademie entstehen, in der die oben beschriebenen Fragen ebenfalls behandelt werden sollen und die amerikanische Öffentlichkeit seminaristisch eingebunden werden soll. Auch bei diesem Vorhaben wird sich die Berthold Leibinger Stiftung mit einer Million engagieren.


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